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Donación y trasplante de órganos |
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Janette
Vehse
"Ich Konnte nicht glauben, dass er wirklich tot war, weil sich seine Brust - wenn auch angetrieben von der Herz-Lungen-Maschine-hob und senkte, als würde er tief schlafen. Die Ärzte mussten ihre ganze Überzeugungskraft aufbringen, bis wir das Unvermeidliche akzeptierten und den Leichnam schließlich zur Organetnahme freigaben." Bettina Schmitting, die ihren Vater durch einen Autounfall verlor, entschied sich bei der Konfrontation mit dem Tod für das Leben, für die Organspende. Und mit ihr entscheiden sich in Spanien mehr Betroffene als anderswo auf der Welt für diesen Schritt.
Die Warteliste für Transplantationen ist auch hierzulande umfassed - wenn auch nicht ganz so hoffnungslos lang wie in anderen Ländern. Spanien weist mit 33,7 Spendern pro Million Einwohner die höchste Organspenderate weltweit auf, "und die Provinz Alicante übertrifft mit 52 Spendern pro million noch diesen Wert", erklärt Dr. Carlos Santiago vom dortigen Koordinationszentrum für Organstransplantation. "Nur zwölf Prozent der Hinterbliebenen verweigern die Organentnahme beim Verstorbenen".


Vier Studen für ein Herz
Wenn der Kampf gegen den Tod verloren wurde, beginnt für die Ärzte der Kampf gegen die Uhr. Lunge, Herz, Leber oder Nieren eines Spenders können Leben retten, müssen aber so schnell wie möglich zu einem geeigneten Empfänger gelangen. "Ein Herz wirdbereits nach vier Stunden unbrauchbar", verdeutlicht Dr. Santiago den Zeitdruck, unter dem die Arzte stehen. Sie vergleichen deshalb zunächst die Wartelisten der regionalen Krankenhäuser, danach wird die nationale durchforstet. Sollte sich kein Empfänger finden, wird im benachbarten Ausland weitergesucht. Kommen mehrere Empfänger in Betracht, wird das Organ nach Dringlichkeit des Falls vergeben. Zweites Kriterium ist die Entfernung und letzlich dann der Rang auf der Warteliste.

Bei der Entnahme von Gewebe, Knorpel oder Rückenmark ist diese Eile nicht angesagt. Die Spenden Werden teilweise vor einer Transplantation in der Blutbank in Valencia fachmännisch konserviert und eingelagert.
Grundsätzlich sind auch Lebendspenden möglich, beispielsweise bei Rückenmark, Nieren sowie mit Teilen vor Leber oder Lunge, "obwohl diese Form der Organentnahme in Spanien wegwn der kurzen Warteliste seltener vorkommt als in anderen Ländern", so Santiago.
Dass die Provinz Alicante in der Anzahl der Organentnahmen weltweit führend ist, erklärt Doktor Santiago mit der guten Organisation bei der Gewinnung von Spendern: "In jedem Krankenhaus - ob privat oder öffentlich- gibt es ein Team aus Arzt und Krankenschwester, das den Hinterbliebenen den Tod des Angehörigen mitteilt, ihnen den Vorgang der Organspende erklärt und versucht, die Zustimmung zur Entnahme zu erhalten", so der Mediziner.

Durch plakative kampagnen wird der Vorgagn der Organspende
eklärt
Diese Ärzte und Schwestern werden in besonderen Kursen für die Gespräche mit den Hinterbliebenen geschult, um im Ernstfall mit Takt und Sachverstand auftreten zu können. Doch ihre spezielle Ausbildung dient nicht nur dazu, die Einwilligung zur Organentnahme zu erhalten, sie hilft auch den Trauernden: Sie werden auf einfühlsame Weise mit dem Tod konfrontiert und fachmännisch betreut.

Hoffnung Warteliste
Nicht nur in puncto Zahl der Spender schneidet Spanien im internationalen Vergleich hervorragend ab. Auch die Geduld potenzieller Empfänger wird auf eine wesentlich kürzere Probe als anderswo gestellt. 1998 betrug die Wartezeit für eine Nierentransplantation in Deutschland 5,6 Jahre, in Spanien lediglich 1,9 Jahre. Heute warten hierzulanden Patienten durchschnittlich zwischen 31 und 126 Tagen, bis ihnen ein neues, gesundes Organ eingepflanzt werden kann. 4800 Personen stehen derzeit auf der Waterliste, 4000 davon allein für Nierenverpflanzungen. Doch nach Angaben der Nationalen Organisation für Transplantationen (ONT) kommt für zwei von 25 Personen dieser Waterliste die ersehnte Hilfe noch immer zu späf: Sie sterben, bevor sie Transplantiert werden konnten.

Anonym und kostenlos
Etwas mehr als die Hälfte aller Verstornenen kommen als potenzielle Spender in Frage. Voraussetzung: Sie dürfen keinen Krebs oder infektiöse Erkrankungen gehabt haben und müssen im Krankenhaus verstorben sein, "denn bei Eintritt des Todes zu Haus oder am Unfallort fehlt die Reanimation und dadurch die Versorgung der Organe mit Sauerstoff", eklärt Purificación Gómez, Ärztin des Transplantationszentrums in Alicante. Das Alter der Spender spielt hingegen keine Rolle. Auch über 70-Jährige können Organe spenden.
Handelt es sich um einen Unfall- oder gewaltsamen Tod, muss der Ermittlungs-richter sein Plazet zur Organentnahme geben. Allerdings wird das Einverständnis nur drei Prozent aller Fälle versagt.
Rund 26 Prozent der Spender sterben bei Verkehrsunfällen, rund zwei Drittel durch Hirnblutungen. Der Tod wird, streng nach dem Gesetz, unabhängig voneinander von drei Ärzten, darunter zwingend einem Neurologen, festgestellt. Geschichten über Organentnahmen bei nur scheinbar Toten weist Dr. Santiago entschieden zurück: "Ein Neurologe kann mit den entsprechenden medizinischen Geräten zweifelsfrei den Hirntod feststellen und von komatösen Zuständen unterscheiden".
Überhaupt sieht das spanische Gesetz über Organentnahme und Transplantation (Ley 30/1979) etliche Bestimmungen vor, die illegalen Praktiken einen Riegel vorschieben sollen. Die Organspende muss immer anonym und kostenlos sein. Die Angehörigen erfahren allenfalls, in welchem Krankenhaus die Verpflanzung stattgefunden hat und ob diese erfolgreich war. Die Hinterbliebenen erhalten in keinem Fall Geld für die Spende: Sie soll aus freien Stücken und aus Nächstenliebe gegeben werden. Die Organverpflanzung in privaten Kliniken ist verboten. Nur die staatlichen Hospitäler dürfen sie durchführen, und für den Empfänger ist die Transplantation stets kostenlos.
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Spenderausweis irrelevant Ein Register - in anderen Ländern durchaus üblich -, das all diejenigen erfasst, die schon zu Lebzeiten entscheiden, dass sie nach ihrem Ableben Spender sein möchten, existiert in Spanien nicht. Allerdings kann man sich eine "Tarjeta de Donante", einen Spenderausweis, besorgen. Erhältlich ist dieser beim valencianischen Gesundheistministerium, bei intsprechenden Organisationen, in Gesundheitszentren und Krakenhäusern. Gómez gibt allerdings zu bedenken: "In Spanien werden stets die Angehörigen nach ihrer Zustimmung gefragt, selbst wenn der Verstorbene einen Spenderausweis bei sich trägt. Die Hinterbliebenen könnten sich also theoretisch dem Willen des Toten windersetzen." Nach Meinung der Ärztin sollten man in jedem Fall seiner Familie mitteilen, ob man Organe spenden möchte. "Für die Trauernden ist es meist unglaublich erleichternd, den Willen des Verstorbenen zu kennen und nach diesen zu handeln."
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